LUCIO MASCOTAS
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Tag der Geburt

08.10.08

Früh um 08.00 Uhr (Um welche Zeit auch sonst? Bei diesem Datum...) geht es los. Von wegen die meisten Hunde kommen nachts!

Emma hat abgewartet bis die Kids in der Schule sind und dieser sonnige Tag ruhig zu werden verspricht. Ihre Wurfkiste hat sie schon Tage vorher kennengelernt. Aber meistens schlief ich allein im Welpenzimmer - nämlich zu Emmas Eingewöhnung (!), die ihrerseits aber eigentlich immer auf dem Sofa im Wohnzimmer blieb. Das liegt wohl daran, dass sie meint, einen jeden abpassen zu müssen, der ihren Weg mit einem Würstchen kreuzt oder zu einem Spaziergang ansetzt. Für dieses Vorhaben liegt das Welpenzimmer zu abseits und ist obendrein völlig langweilig.

Früh um 08.00 Uhr jedenfalls rennt mein Hund plötzlich unaufgefordert ins Welpenzimmer und hüpft in die Wurfkiste. Warum also nicht nochmal schlafen gehen, denke ICH mir so. Emma hat eindeutig andere Pläne. Die ersten wellenartigen Bewegungen schieben sich über ihren Körper.

Was für einen instinktsicheren Hund ich doch habe!

Der erste Welpe braucht ein wenig bis er den Weg geebnet hat. Mag man inzwischen kaum glauben, wie sich der inzwischen so faule kleine Kerl ganz tapfer und fleißig nach vorne gekämpft hat.

Der zweite Welpe hat´s ziemlich leicht. Wieder ein Rüde. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, auf zumindest eine Hündin zu hoffen, zum Ausgleich der Geschlechter.

Dieses Mal ist nicht nur der Wunsch Vater des Gedanken. Der dritte Welpe ist ein Mädchen. Eigentlich nur durchschnittlich groß und doch qietscht Emma als die Kleine zur Welt kommt. Glücklicherweise soll es auch bei diesem einen Quietscher bleiben.

Gleich danach kommt der vierte Welpe, wieder ein Mädchen. Ein echter Brocken! Emma macht ihre Sache gut und ich bin restlos glückliche Hundemama. 2/2 - wer hätte das gedacht. So ein ausgewogener Wurf: Vier prächtige gesunde Kerlchen. Das hatte ich gehofft und mit dieser Wufstärke gekonnt vorausgesagt!

Also kann ich mich entspannen und mit einem Handgriff getaner Arbeit Emmas Bäuchlein streicheln, das nun eigentlich entspannt sein sollte. Pustekuchen! Ich merke verwundert, dass sich noch so einiges bewegt! Nun gut, da sollte meine liebe Freundin Katrin also recht behalten mit ihrem Tipp von 4/4 ?!?!

Es geht mit zwei eher schmächtigen Kerlchen weiter, der fünfte und sechste Welpe kommen zur Welt.

Unser fünftes Mäuschen hatte ich am nächsten Tag schon verloren geglaubt. Es zeigt anfangs wenig Energie und ist auch das erste, das ich kurz nach der Entbindung absaugen muss, da es heftig schnorchelt.

Ich hatte doch noch gar nicht mit Emmas Niederkunft gerechnet. Denn wie das so ist als berufstätige Hausfrau und Mutter. Die Einkaufsliste ist irgendwie nie abgearbeitet. Für die Geburt fehlte mir noch eine nadellose Spritze für eben diese Eventualität, ein frisch Geborenes absaugen zu müssen.

Kurzum: Selbst angesetzt! So komme ich in die seltene Verlegenheit einer Menschenmund zu Hundemund- und nase - Beatmung. Und es funktioniert wunderbar. Die Flüssigkeit ausgespuckt, rettet mich natürlich nicht vor diesem fiesen Geschmack auf der Zunge. Aber was soll´s ?!?! Ich hatte schon weitaus unangenehmere Begegnungen mit verschiedenartigen Substanzen in meinem Leben.

Der fünfte Welpe entdeckt am nächsten Tag seine Lebensgeister, als er etwas abseits in der Kiste liegt und Emma ihn liebevoll stupst und schleckt. Sie hat ihm wohl Lebensmut zugesprochen. So wie Mütter es eben verstehen, ihre Kinder für´s Leben zu stärken. Inzwischen ist unsere "number five" einer der ersten an den Zitzen und auf seinem Weg (vielleicht nicht nur) dorthin unbeirrbar.

Mit der Ankunft des sechsten Welpen bin ich schon längst geübt. Emma und ich sind ein eingespieltes Team. Ich denke an meine eigenen Entbindungen. Meinen ersten Sohn hätte ich rückblickend eher ohne die Anwesenheit meines Mannes, der anfänglich so einige Unruhe verbreitet hat, entbunden. Zugegeben, im Verlauf der Geburt wurde er ruhiger - mein Mann - der Sohn war es sowieso. Aber eine fast unentbehrliche Hilfe war mein Mann dann beim zweiten Kind, weil routiniert und abgeklärt. Eben so komme ich mir in diesen Minuten vor. Als echte Hilfe für die werdende Mama.

Ganz gelassen begleite ich die Ankunft des siebenten und achten Welpen, nunmehr von Katrins Vorhersage selbst überzeugt. Es kommen wieder zwei Hündinnen. O.K. Katrin, nicht schlecht Deine Einschätung von 4/4. Warst ja auch beim Deckakt dabei und hast genau aufgepasst, was der unermüdliche Mokka so anstellt, nachdem er Emmas Herz im Sturm erobern konnte.

Nun können wir uns wirklich entspannt zurücklehnen. Das Tageswerk ist vollbracht. Denken WIR!

Als sich die nächsten wellenartigen Bewegungen über Emmas Körper schieben, kontrolliere ich ununterbrochen den letzten Welpen. Eigentlich weiß ich ja schon längst, dass mit diesem Welpen die Plazenta entbunden ist. Was also sollte da noch kommen, wenn nicht die Nachgeburt?

Bis zum Austritt des Popochens vom neunten Welpen (also in komplikationsloser Hinterendlage geboren) kann ich es nicht glauben. Da erscheint tatsächlich noch ein neuntes Spätzchen. So ernst war es mir doch gar nicht mit dem Wunsch nach weiblichem Nachwuchs!

Damit ich aber erst gar nicht ins Stutzen komme, geht es munter weiter. Und kein Ende in Sicht!

Es werden mal ganz locker der zehnte und der elfte Welpe geboren, noch nicht einmal als schwache Exemplare des männlichen Geschlechts. Also wie war das jetzt mit dem stärkeren Geschlecht?!?!

Ganze elf qietschfidele, muntere, gesunde Welpen, die sich da in der Wurfkiste tummeln - eine ganze Fußballmannschaft!

Mensch Mokka!!!

 

 

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